Informationen über Lettland |
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Allgemeine Daten
| Gebiet | 64'589 km2 |
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| Grenzen |
1'841 km |
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| Einwohner | 2'425'000 |
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| Bevölkerung | 57,6 % Letten, 29,6 % Russen, 4,1 % Weissrussen, 2,7 % Ukrainer, 2,5 % Polen |
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| Religionen | Lutheranisch, römisch-katholisch, russisch-orthodox |
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| Stadtbewohner % | 69 % |
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| Sprache | Lettisch |
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Makroökonomische Daten
| Basis: Jahr 2006 | |
| Reales Brutto-Inlandprodukt (BIP), Veränderung gegenüber Vorjahr | 11,7 % |
| Konsumentenpreise, Anstieg gegenüber Vorjahr | 6,8 % |
| Arbeitslosenquote, Jahresdurchschnitt | 6,7 % |
| Leistungsbilanzsaldo, in % des BIP | - 15,8 % |
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Politische Daten
| Offizieller Name | Republik Lettland |
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| Hauptstadt |
Riga (770.000 Einwohner) |
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| Regierungsform | Parlamentarische Demokratie |
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| Präsident | Valdis Zatlers |
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| Premierminister | Ivars Godmanis |
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| Höchste Justizinstanz | Oberster Gerichtshof |
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| Wahlsystem | Proportionale Vertretung |
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| Volljährigkeit | 18 Jahre |
Lettland
mit seinen 64‘600 km2 Fläche gehört
zu den kleinsten Staaten Europas. Im Norden grenzt es an Estland, im Osten an
Russland und Weissrussland, im Süden an Litauen.
Lettlands Küstenlänge an der Ostsee beträgt 500 km. Das Land ist flach und zu 40% bewaldet. Etwa 1/3 des Territoriums wird landwirtschaftlich benutzt. Im Landesinnern liegt fruchtbares Tiefland, die Semgaller Ebene, die Kornkammer des Baltikums.
Lettland ist reich an Seen und Flüssen. Es gibt dort mehr als 12'000 Wasserläufe. Die Seen sind sehr flach, die Wassertiefe liegt im Durchschnitt zwischen 1 m - 5 m. Die ausgedehnten Moor- und Sumpfgebiete (10% der Landesfläche) bieten Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten.
Lettland liegt in der Übergangszone zwischen maritimem Klima und dem osteuropäischen Kontinentalklima. Die Sommer sind mässig warm, wobei das Thermometer auch mal auf + 30°C klettern kann. Die Winter sind relativ mild.
In Lettland wohnen 2‘700'000 Menschen. Etwa die
Hälfte davon sind Letten, ein Drittel Russen. Diese extremen Zahlen erklären
sich durch die massive Flucht zehntausender Letten beim Einmarsch der Roten
Armee infolge des Hitler-Stalin-Paktes 1939 sowie durch die darauffolgenden
Verschleppungen und Ermordungen. Der zweite Grund ist die Bevölkerungspolitik
Moskaus, die mehr als 400'000 Russen in der Republik ansiedelte. Mehr als 2/3
der Einwohner des Landes leben in den Städten.
Etwa die Hälfte der Bevölkerung spricht Lettisch als Muttersprache. Lettisch ist neben dem Litauischen die einzige noch gesprochene baltische Sprache. Ein gewisser Bezug zu Sanskrit ist diesen beiden recht ursprünglich erhaltenen Sprachen verblieben.
Die Letten sind überwiegend evangelisch-lutherischen Glaubens. Sie sind stark verbunden mit ihrer Religion. Die Identifikation mit dem Glauben galt als ein Akt des Widerstandes während der sowjetischen Okkupation.
Die lettische rot-weiss-rote Flagge wurde 1918 zur Staatsflagge erhoben. Sie geht auf eine livländische Reimchronik aus dem 13. Jh. zurück.
Das lettische Staatswappen beinhaltet
mehrere Symbole. Die drei Sterne stehen für die drei Regionen Kurzeme, Latgale
und Vidzeme. Die aufgehende Sonne trugen die lettischen Freiheitskämpfer 1918
im Unabhängigkeitskampf auf ihren Mützen. Der silberne Greif rechts stammt aus
der Zarenzeit als Wappentier des Gouvernements Livland. Der rote Löwe links
zierte das Wappen des Herzogtums Kurland und symbolisiert die Region Kurzeme.
Die ersten direkten Kontakte Lettlands zu Mitteleuropa wurden 1186 durch den deutschen Städtebund Hanse hergestellt. Darauf folgten mehrere Kreuzzüge, durch die schliesslich die einheimischen Stämme unterworfen wurden. Da war der Weg frei zur Schaffung des Staates Livland. In der Folge wird die Geschichte Litauens immer wieder durch den Machtkampf zwischen dem Ordensstaat und dem deutschen Bischof geprägt. Dazu kamen die ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Nachbarmächten Russland, Polen, Litauen, Schweden und Dänemark.
1710 werden Estland und Lettland in das russische
Reich unter Peter dem Grossen einverleibt. Unter der russischen Herrschaft
entsteht langsam das Nationalgefühl der Letten. 1918 wird die Freie Republik
Lettland proklamiert, was einen verheerenden
zweijährigen Bürgerkrieg
auslöst. 1920 anerkennt die revolutionäre Sowjetunion die Republik. Die
Demokratie Lettlands findet 1934 ein schnelles Ende durch die
konservativ-bürgerliche Diktatur Ulmanis‘. Die geheime Hitler-Stalin-Pakt
1939 öffnet die Tore für den Überfall der Wehrmacht Russland, die 1941 im
Baltikum einmarschiert. Immer grössere Teile des Landes werden zu
militärischen Sperrgebieten erklärt. Diese Phase der Stagnation dauert, bis
die „Perestroika“ und „Glasnost“ in der UdSSR Einzug halten. 1991 stimmt
das lettische Parlament für die Unabhängigkeit.
In Riga leben ca. 1/3 der Gesamtbevölkerung Lettlands. Sie ist die Metropole des Baltikums. Mit fast 1 Mio. Einwohnern ist sie die grösste der baltischen Hauptstädte. Schon seit den Hansezeiten ist Riga schon immer dank ihres Überseehafens ein Handelszentrum zwischen Ost und West gewesen. Das erklärt auch die ausgesprochen westliche Prägung der Stadt sowie ihr überaus vielseitiges und lebendiges Kulturleben. Die Bevölkerung setzt sich aus ca. 40% Letten und ca. 55% Russen zusammen.
Der nahegelegene Ostseebadeort Jurmala (40 km lang und 90 km2 gross) ist berühmt für seine herrlichen Sandstrände. Er dient als Naherholungsgebiet für die Rigaer.
Etwa 80 km südlich von Riga steht das prächtige Schloss Rundale. 1740 fertiggestellt, ist es eines der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Lettlands.
Ein Besuch wert ist auch der Gauja-Nationalpark 50 km nordöstlich von Riga. Seine Gesamtfläche beträgt 900 km2. Er wird auch die „livländische Schweiz“ genannt wegen seiner für baltische Verhältnisse steilen Abhängen, die auch im Winter einige alpine Abfahrten ermöglichen.